Montag, 21. Januar 2013

Neue Haussteuerung - RWE Smarthome raus / HomeMatic mit FHEM rein

Mit der Haussteuerung waren wir es langsam leid. So ansprechend das Design der RWE Smarthome Komponenten auch ist, so nervig ist auch die Bedienung über das Web-Interface und die Funktionssicherheit.

Grundsätzlich stammen sowohl die Komponenten der RWE Smarthome Haussteuerung, als auch die Homematic Haussteuerung von ELV-Electronic von dem gleichen Entwickler: EQ-3 - eine 100%-ige Tochter von ELV. Manche Komponenten sind Optisch identisch. Technisch unterscheiden sie sich nur durch ein anderes Funkprotokoll.

Nachteile bei RWE Smarthome waren folgende Gründe:

  • Die Zentrale ist mit einem RWE-Server verbunden. Dies machte mir prinzipiell nichts aus! Nachteil daran ist jedoch, dass eine Konfiguration bzw. die Einrichtung neuer Komponenten nur bei bestehender Internetverbindung möglich ist.
  • Die Geschwindigkeit des Benutzeroberfläche ist - wohl dank MS SilverLight - recht langsam. Es dauert eine Weile, bis alle Räume und Geräte und Profile geladen sind. Möchte man ein Profil bearbeiten, dauert es erneut wieder etwas bis es geladen ist. Hat man viele Komponenten, dann scrollt muss man viel scrollen. 
  • Der Preis! Grundsätzlich sind die RWE Komponenten gegenüber den Homematic-Komponenten im Schnitt rund 10 € teurer. Dies ließe sich bei den meisten Geräten noch verschmerzen. Bei der Rollladensteuerung jedoch schießt RWE hier den Vogel ab.
    Preis RWE Smarthome Rollladenaktor Unterputz:     99,00 €
    Preis ELV HomeMatic Rollladenaktor Unterputz:     49,00 €
    Wohlgemerkt für das gleiche Gerät, optisch und technisch identisch (bis auf das Protokoll)
Dazu kam das Problem, dass einer meiner vier Rollladenaktoren ständig die Verbindung zur Zentrale verlor und bei Aus- und wieder Einschalten der Sicherung wieder da war. Da der Support mir hier keine Lösung präsentieren konnte, sahen wir uns nach einer Alternative um. Da sich bei uns Einbrüche stark gehäuft haben, sollte die neue Anlage auch die Funktionen einer Alarmanlage inkl. externem Kombi-Signalgeber (Blitzer/Sirene) abdecken (das bietet RWE Smarthome nicht).

Fündig sind wir - wie jetzt mancher bereits vermutet - bei dem Homematic-System von ELV. Da die Komponenten ja baugleich sind, war der Austausch entsprechend einfach. Preislich interessant war die Variante ein HM-CFG-LAN Lan-Interface anstelle der Zentrale CCU zu verwenden. Die Steuerung erfolgt dann via des Open-Source-Projekts FHEM. Vorteil daran ist der geringe Anschaffungspreis (die Software ist kostenlos) und eine grandiose Community. Ebenso ist die Haussteuerung erweiterbar, sodass sich weitere Systeme (EnOcean, FS20, u.ä.) verbinden lassen. Als Plattform genügt eine AVM Fritz!Box. Wir haben FHEM jedoch auf einer Qnap TS-412 NAS laufen. Einen Nachteil gibt es natürlich auch. Die Konfiguration von FHEM ist deutlich komplexer. Hier gibt es jedoch einen Einsteiger-Leitfaden und die wirklich sehr hilfsbereite Community.

Nun haben wir endlich eine vernünftige Licht-/ Rollladensteuerung, welche astronomisch die jeweilige Dämmerung berechnet und das Licht schaltet sowie die Rollladen auf- und zufährt. Darüber hinaus eine vollwertige Alarmanlage. 

11 Kommentare:

  1. Moin, wie lange hast du ca. für die Konfiguration der FHEM gebraucht? Inklusive reinfuchsen?

    Genau sowas schreckt mich nämlich irgendwie immer von der Open Source Software ab...

    Gruss aus Neuenhagen bei Berlin

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    1. Also, dass kommt auf den Umfang der Steuerung an. Einfache "Schalte abends die Haustürbeleuchtung ein und morgens wieder aus, sowie das hoch und runterfahren von Rollladen bei Dämmerung oder zeitgesteuert, bekommt man schnell hin. Das hat man an nem Tag erledigt.
      Will man etwas ausgefeilte Steuerungen realisieren, dann muss man sich ein bisschen tiefer in die Materie arbeiten. Die Community hilft da aber wirklich sehr sehr gut.
      Ich war Anfangs auch sekptisch und habe nur das LanInterface und einen Unterputz-Lichtschalter gekauft zum testen. Das lief auf Anhieb und innerhalb von drei Wochen haben wir nun 9 Fensterkontakte, 1 Fensterdrehgriffsensor, 2 Unterputzschalter, 5 Rollladensteuerungen, 1 KeyMatic, 2 Aufputz-Schalter, 2 Fernbedienungen, 1 16-Kanal Status-Display, 1 Innen-Thermo-/Hygrometer, 1 Außen-Thermo-/Hygrometer, 1 Sirenen- und Blitzeransteuerung sowie einen Kombialarmgeber (Blitzer/Sirene) außen am Haus.
      Bin jetzt seit ein paar Tagen immer wieder am umkonfigurieren und am optimieren. Macht schon Spaß. ;)

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  2. Hm, das liest sich ja doch recht flott :-) hätte ich so nicht erwartet

    gruss

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  3. Hallo,

    trage mich mit dem selben Gedanken (FHEM auf QNAP). Welchen Einsteigerleitfaden meinst Du? Kannst Du einen link posten?

    Gruss,
    Alex

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  4. Hallo Alex

    wenn man gerade mit einer Haussteuerung anfängt, so kann man mit der QNAP gut arbeiten. Später würde ich jedoch auf einen Raspberry Pi umsteigen. Alle Infos und eine sehr gute Hilfe findet man in der Online-Community von FHEM auf http://forum.fhem.de. Viele Anleitungen gibts im Wiki unter http://fhemwiki.de

    Gruss,
    Dennis

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  5. Hallo,

    ich wollte mal nachfragen, wie zufrieden ihr nach mehreren Monaten mit eurer Lösung seid. Bin nämlich am überlegen FHEM auf der Qnap 412 laufen zu lassen und zunächst einmal die Heizkörper darüber zu steuern.
    Warum würdet ihr auf längere Sicht auf einen Rasberry Pi umsteigen?

    Gruss
    Christoph

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    1. Klare Antwort: Sehr zufrieden! FHEM hatte ich bereits auf meiner Qnap 412, aber ich die Einrichtung ist etwas komplizierter. Aufm Raspi läufts einwandfrei. Mittlerweile ist die Haussteuerung zum Hobby geworden *g*. Die Steuerung wird optimiert, erweitert, u.s.w.
      Mittlerweile habe ich mehrere 1-Wire-Komponenten im Einsatz (Temperaturüberwachung Heizung, Volumetrischer Wassergehalt des Bodens für Bewässerungssteuerung, Sonnensensor zur automatischen Verdunkelung im Sommer). Dazu kommt die Bewässerungssteuerung, Alarmanlage und Steuerung der Lüftungsanlage.
      So eine Flexbilität und Anassungsfähigkeit bekommt man mit keine kommerziellen System. Allerdings muss ich gestehen, dass an sich halt schon damit beschäftigen muss und ich mach keinen Hehl draus, dass ich eine unmenge an Zeit investiert habe.
      Installier doch mal FHEM einfach mal auf deiner Qnap und richte ein paar Dummy-Sensoren und -Aktoren ein und spiele was damit rum.
      Gruß,
      Dennis

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    2. Erstmal vielen Dank für die schnelle Antwort. Habe FHEM mal installiert. Ging problemlos. Verstehe aber, was du mit komplizierter meinst... Stehe aktuell nämlich vor dem Problem, dass das Modul um meinen Enigma2 Sat Receiver zu steuern zwingend Perl 5.12 benötigt, im ipkg Repository aber nur Perl 5.10 verfügbar ist..... Mal schauen, ob ich mir auch einen Raspberry raus lasse.
      Gruß,
      Christoph

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    3. Gerne. Google mal, wie man Perl updaten kann. Vielleicht geht das via cpan.

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    4. Hallo,

      könntet ihr eure Lösung zum Thema Sonnensensor in Zusammenhang mit fhem veröffentlichen? Ich bin für jeden Tipp dankbar.

      Gruß,

      Andras

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    5. Hallo Andreas,
      wenn es um eine Dämmerungssteuerung geht, dann gibt es in FHEM bereits ein Modul, welches anhand Deiner geografischen Koordinaten den Sonnenauf- und Untergang berechnet. Ein weiteres Modul bezieht sogar Wetterdaten mit ein und berechnet einen Helligkeitswert.
      Für den Sonneneinstrahlung gibt es Helligkeitssensoren (TSL250 und TSL260 oder TSL2561). Diese können mit ein wenig Lötarbeit über einen A/D-Wandler per 1-Wire an FHEM angeschlossen werden. Alternativ kann man aber auch fertige Helligkeitssensoren nutzen. Kommt drauf an, was Du realisieren willst.
      Wie allen, empfehle ich auch Dir mal einen Blick ins offizielle FHEM-Forum unter forum.fhem.de. Dort findet man schon einiges zu dem Thema.

      LG,
      Dennis

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